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Am 10. November 2005 vergab die Galenus-Privatstiftung erstmals den mit 3000 Euro dotierten Technologie-Preis.


Foto Schedl(Wien)v.l.n.r Dr.C.Sonntag,Dr.M.Bultmann,Prof.Dr.B.C.Lippold.

Ausgezeichnet wurde Dr. Martin Bultmann von der Universität Heidelberg für seine Arbeit "Hochmobile Wissenssysteme für das Troublesshooting in der Pharmazeutischen Technologie".

Über die Preisverleihung berichtete Brigitte M. Gensthaler in der
Pharmazeutischen Zeitung 47, 2005, S.4337

Schon im ersten Jahr ihres Bestehens konnte die Stiftung ihrem Stiftungszweck voll nachkommen und junge Wissenschaftler unterstützen, berichtete Apothekerin Dr. Cornelia Sonntag vom Stiftungsvorstand bei der Übergabe am 10. November in Wien. Nach der Vergabe der mit 500 Euro dotierten Galenus Supports an sieben  Nachwuchsforscher in diesem Frühjahr erhielt Bultmann nun den mit 3000 Euro dotierten Galenus Preis. Erfreulich sei die große Resonanz auf die Ausschreibung gewesen, sagte Sonntag. Acht Bewerber - angesprochen sind Habilitanden sowie Assistenz- und Juniorprofessoren im Fach Pharmazeutische Technologie - aus Deutschland und Frankreich hatten sich um den Preis beworben.

Bultmanns Arbeit über "Hochmobile Wissenssysteme für das Troublesshooting in der Pharmazeutischen Technologie", die technologisches Wissen und Elektronik verbindet, halte er für sehr innovativ, erklärte Professor Dr. Bernhard C. Lippold, wissenschaftlicher Beirat der Stiftung, in Wien. Bultmann hatte in Bonn Pharmzie studiert (Approbation 1993) und 1998 die Promotion an der Universität Heidelberg bei Professor Stricker abgeschlossen. Bereits darin beschäftigte er sich mit der Kopplung von Wissensbanken und Computertechnik. Während seiner Habilitation in Heidelberg entwickelte er diesen Ansatz weiter und verknüpfte Datenbank und Computer mit einem neuronalen Netzwerk, so Lippold. Damit könne der Computer "lernen".

Der Preisträger erklärt den komplexen Ansatz so: die Konservierung von eigenem und fremdem Erfahrungswissen sowie der schnelle und systematische Zugriff darauf böten ein enormes, aber bislang meist ungenutztes Potenzial bei der Erstellung von Fehlerdiagnosen. Das "Trouble-shooting" am Computer sollte es ermöglichen, ein technologisches Problem in kürzester Zeit zu lösen. Daher war es sein Ziel, ein Wissenssystem zu entwickeln, das mobil, einfach zu bedienen und zu warten, on- und offline nutzbar sowie selbstlernend ist und Antworten sehr rasch generiert.

Das System MAX läuft bereits auf Laptops und Taschencomputern, so genannten Personal Digital Assistants (PDA); vorstellbar wäre sogar die Nutzung mit WAP-fähigem Handy, erklärt Bultmann. "Man hat das Expertenwissen buchstäblich in der Tasche." Das neue Wissensystem sei weit über die Pharmazeutische Technologie hinaus einsetzbar, auch wenn es zunächst nur dafür entwickelt wurde. Wie der Forscher abschließend betonte, schätze er neben dem Preisgeld vor allem den immateriellen Wert des Preises, denn damit werde seine Arbeit "als international ausgezeichnet bewertet."